Presse-Roundtable am 4.Juni 2007"
Die gläserne Tür öffnen" - Mentoring für qualifizierte Migrantinnen im abz*austria

  

 

Personen auf dem Foto:
vlnr: Martha Kneidinger, Mentorin; Slavica Pilipovits, Mentee; Manuela Vollmann, Geschäftsführerin abz*
austria;Sandra Frauenberger, Wiener Stadträtin für Integration und Frauenfragen; Barbara Dahmani, Mentee

BIMM - berufliche Integration und Mentoring für MigrantInnen - hat sich zum Ziel gesetzt, die Unterstützung im Integrationsprozess gut qualifizierter MigrantInnen in den österreichischen Arbeitsmarkt zu unterstützen. 

Das im Rahmen der europäische Gemeinschaftsinitiative EQUAL zwei Jahre lang vom Europäischen Sozialfonds und dem österreichischen Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft finanzierte und nun in der Abschlussphase befindliche Projekt BIMM ermöglichte die Konzeptionierung und Umsetzung einer Kombination aus Arbeitsmarkt-Orientierung und Mentoring. 

Ausgangspunkte für dieses Projekt waren:

1. Das Wissen um den Umstand, dass qualifizierte Migrantinnen am österreichischen Arbeitsmarkt benachteiligt sind.

2. Die Überzeugung, diese Zielgruppe nicht als Problemgruppe zu definieren. 

Denn, so die Geschäftsführerin des abz*austria, Manuela Vollmann "Bisher stoßen Migrantinnen nicht an die allseits bekannte "gläserne Decke", die ein Aufstiegshindernis für Frauen darstellt, sondern an die "gläserne Tür", die ihnen den Eintritt in den Arbeitsmarkt verwehrt." 

Mittels einer Kombination aus

können u.a. folgende Unterstützungsleistungen für den Einstieg in den österreichischen Arbeitsmarkt aber auch für weitere Karriereschritte erbracht werden:

"Besonders diese Netzwerke sind es, die auch für die Eröffnung von Aufstiegschancen erforderlich sind, denn letztlich muss es an qualifizierten Arbeitsplätzen möglich sein, dass auf den Einstieg auch ein Aufstieg folgt", betont Manuela Vollmann, abz*austria.

Die Prinzipien für gelingendes Mentoring sind:

Alle Beteiligten müssen abschätzen,

Die beteiligten Migrantinnen aus BIMM formulieren den Nutzen, den sie aus ihrer Teilnahme am Mentoringprogramm gezogen haben folgendermaßen:

"Ja, weil du wirst eingeführt und nicht reingeschmissen, ...., und man muss viel wissen vor dem Jobeinstieg. Ohne Vorbereitung auf die Spielregeln bist du verloren, auch wenn du zufällig einen Job findest. Aber auch  einen Job zu finden ist leichter, wenn Frau eine Begleiterin hat. Über Mentoring erfährst du, was ist wichtig und nötig, welche Ziele sind realistisch." (Mentee) 

"Talentierte Frauen können so ihren Weg finden, und das ist auch ein Gewinn für Firmen und für die Wirtschaft." (Mentee) 

"Mir selbst zu vertrauen, zu sehen, dass es hier doch nicht ganz anders ist als in der Türkei, und das, was anders ist,  besser zu verstehen. Ich konnte erleben, wie die Dinge hier laufen und konnte mir vorstellen, dass es geht, dass ich es schaffen werde." (Mentee)  

Aus der Sicht der Mentorinnen sind besonders die neuen Erfahrungen, die Reflexion der eigenen Führungskompetenz, die eigene Perspektivenerweiterung, Sensibilisierung, die Änderung von Erwartungshaltungen sowie die Möglichkeit zu interkulturellem Lernen nur einige positiven Aspekte:

"Mich hat ihr Ehrgeiz und ihre Kraft fasziniert, der Wille, wie sie ihr Leben verändern will und sie schafft es. Und sie hat es Schritt für Schritt geschafft, ich habe gesehen, wenn Mann/Frau etwas wirklich will, dass es möglich ist.  (...) Ihr Interesse hat  auch für mich meinen Fachbereich wieder interessanter gemacht." (Mentorin)  

"Ja, sie war eine Bereicherung auf der persönlichen Ebene und auch in der Arbeit. Es ist sichtbar, dass sie in diesem Bereich "daheim" ist." (Mentorin) 

"Dass ich erfahren habe, dass mein Netzwerk funktioniert, wenn ich es mobilisiere." (Mentorin) 

Stellungnahme der Wiener Stadträtin für Frauen und Integrationzum Thema "Berufliche Integration und Mentoring für Migrantinnen" 

Frauenberger: "Mentoring für qualifizierte Migrantinnen - best practice Beispiel"

Wiens Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger zur Bedeutung des Mentoringprogramms für Migrantinnen: "Das Mentoring-Programm für qualifizierte Migrantinnen hat jedenfalls dazu beigetragen, die Problemstellungen bei der Anerkennung und Nutzung von Qualifikationen zu thematisieren und es hat gezeigt, wie der Integrationsprozess gut qualifizierter Migrantinnen in den Arbeitsmarkt unterstützt werden kann. Das Mentoring-Programm ist ein best practice Beispiel und wir in Wien haben nicht zu letzt aus diesem Projekt wichtige Erfahrungen für die Entwicklung unserer Angebote gewonnen."  

Eigener Aufenthaltstitel für Frauen und sofortiger Zugang zum Arbeitsmarkt

Von ganz zentraler Bedeutung sei es jedoch die rechtlichen Rahmenbedingungen zu ändern, erklärte die Frauenstadträtin. Wien setze sich hier ganz massiv für eine Reform des Fremdenrechtes und die Schaffung eines eigenen Aufenthaltstitels für Frauen inklusive sofortigem Zugang zum Arbeitsmarkt ein, bekräftigte sie.  Frauenberger: "Der eigene Aufenthaltstitel ist die Grundlage dafür, dass Migratinnen von Beginn an ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben führen können." 

Es braucht punktgenaue und standardisierte Angebote

Frauenberger betonte weiters, dass es, um die Arbeitsmarktchancen und damit die soziale Lage von ZuwanderInnen generell zu verbessern, umfassende, punktgenaue und standardisierte Angebote brauche, gerade auch für Frauen. In Kooperation mit dem waff (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds) bietet die Stadt Wien daher jetzt im Rahmen der "Mama lernt Deutsch Kurse"  den Teilnehmerinnen in einem Pilotprojekt eine besondere Beratung an: Um die Frauen mit dem Wiener Arbeitsmarkt vertraut zu machen und den Jobeinstieg zu erleichtern, informieren die  waff-BeraterInnen über die Möglichkeiten, die das waff - Programm NOVA bietet.

Das heißt: Berufliche Orientierung, Hilfe bei Arbeitssuche, Finanzierung von Aus- und Weiterbildung insbesondere für  Wiedereinsteigerinnen. 

Neben dem raschen Erwerb der Sprache sei es jedenfalls wichtig so früh wie möglich die beruflichen Perspektiven zu erarbeiten, um Migrantinnen einen raschen Jobeinstieg zu ermöglichen, unterstrich Frauenberger. Der Weg dorthin führe insbesondere auch über bedarfsorientierte Aus- und Weiterbildung, sagte sie. Frauenberger:"Es geht darum, die Menschen dort abzuholen, wo sie qualifikationsmäßig stehen und sie in den Arbeitsmarkt zu vermitteln. Zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen von ZuwanderInnen haben wir in Wien bereits ein umfassendes Programm erarbeitet. Die Palette reicht dabei von der beruflichen Erstberatung inklusive Erstellung eines Qualifikationspasses und der Unterstützung und Begleitung bei Nostrifikationen bis hin zur Erarbeitung einer Kompetenzenbilanz für eine optimale berufliche Weiterentwicklung und speziellen Maßnahmen zu Ausbildung und Berufsorientierung von Jugendlichen."

Presserückfragen

Dr. Roberta Rastl - abz*austria
Tel.: +43/1/66 70 300-20
mobil: +43/699/1 66 70 314

e-Mail: pr@abzaustria.at

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